Historisches Museum Uri
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Aktuelles des Historischen Vereins Uri

Weihnachtsausstellung

«Der Samichlaus und die 'Nächstenliebe'»

  


2. Dezember 2026 – 10. Januar 2027
mittwochs, samstags, sonntags / von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Zusätzlich geöffnet am 24. / 25. / 31. Dezember 2026, 1. Januar 2027

Der Altdorfer Samichlaus

In Altdorf war bereits um 1900 eine privat organisierte Samichlausgruppe zur Kinderbescherung unterwegs. Nach einem Unterbruch beschloss der Verein «Nächstenliebe» am 4. Dezember 1911, den Brauch wieder aufzunehmen. Zwei Tage später besuchte der Samichlaus mit drei Schmutzli und zwei Maultierführern die Kinderstuben im Dorf. Geschäftsleute spendeten Esswaren, Familienväter unterstützten die Bescherung mit «Fünflibern».

1912 wurde der Anlass erweitert. Durch ein Rundschreiben bat der Verein um Gaben. Geschenke und Kleidungsstücke wurden im «Höfli» gesammelt, sortiert und für bedürftige Familien bereitgestellt. Die Ankunft des Samichlaus kündigte ein Telegramm im Amtsblatt an. Begleitet von Schmutzli und einem geschmückten Proviantwagen zog Sankt Nikolaus hoch zu Ross durchs Dorf. Vom 6. bis 8. Dezember wurden insgesamt 390 Familien besucht und Waren im Wert von über 1000 Franken verteilt.

Der Erste Weltkrieg erschwerte die Durchführung. Teuerung, Lebensmittelknappheit und die Grippeepidemie von 1918 führten zu Einschränkungen oder Ausfällen. Die Gemeinde lehnte ein Unterstützungsgesuch ab. Ab 1919 konnte die Bescherung wieder im bisherigen Rahmen stattfinden. Ein damals angeregtes Alkoholverbot fand keine Zustimmung; die Beteiligten wurden jedoch zu massvollem Verhalten und zum Ablegen der Kostüme vor dem anschliessenden gemütlichen Beisammensein angehalten.

1929 entwarf Heinrich Danioth das blaue Bischofsgewand, das zum Erkennungszeichen des Altdorfer Samichlaus wurde. Mit der nichtliturgischen Farbe Blau wollte man Konflikte mit dem Bischofssitz Chur vermeiden.

Wirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg belasteten die Bescherung erneut. Gerade in diesen Notzeiten half der Samichlaus vielen Familien mit warmen Kleidern und Lebensmitteln. Der Brauch behauptete sich und wurde ausgebaut; zeitweise standen drei Bischöfe im Einsatz. In den 1950er-Jahren erzwangen Maul- und Klauenseuche sowie Diphtherie nochmals Einschränkungen. 1965 wurde beschlossen, jeder Gruppe einen Bischof zuzuteilen. Trotz Krisen und Kriegen war der Samichlaus zur festen Altdorfer Tradition geworden. Hausbesuche und Kinderbescherungen sind heute im ganzen Kanton verbreitet.

Für die Ausstellung hat der Altdorfer Samichlaus seine Garderobe und sein Inventar zur Verfügung gestellt. Damit die Ausstellung auch von Kleinkindern besucht werden kann, werden einige Geheimnisse um den Samichlaus jedoch nicht gelüftet.



Die Altdorfer «Nächstenliebe

Am 2. April 1901 gründeten acht junge Altdorfer im Hotel Höfli den Verein «Nächstenliebe». Sie wollten Nächstenliebe, Kameradschaft und Geselligkeit pflegen. Zum Vereinszeichen wurde der bordeauxrote Fez. Heinrich Danioth schuf 1924 den «Tyyfel» mit Herz, der bis heute als Vereinslogo dient.



Schon früh engagierte sich die «Nächstenliebe» an der Fasnacht. Während die damalige Fasnachtsgesellschaft unverfängliche Themen bevorzugte, wagte sich der junge Verein mit Narrenblättern, Umzügen und Schnitzelbänken an die Satire. Dies stiess gelegentlich auf Widerstand, entwickelte sich aber zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens.

Eine zweite Hauptaufgabe entstand 1911 mit der Wiederaufnahme des Samichlausbrauchs.

Die Aktivitas blieb stets klein. Für Beständigkeit sorgten die verheirateten Mitglieder, die zu Ehrenmitgliedern «erniedrigt» wurden und dem Verein verbunden blieben. Künstlerische Impulse brachten in den 1920er-Jahren Heinrich Danioth, der Heraldiker Albert Huber und Berti Jütz, der Komponist von «Zogä-n-am-Bogä».

Nach Kriegsende half die «Nächstenliebe», die Altdorfer Fasnacht wiederzubeleben. Nach Danioths Tod 1953 führte Albert Huber die satirische Tradition weiter. Trotz erneuter Diskussionen um den Arbeitsaufwand hielt der Verein daran fest. Seit den 1960er-Jahren erscheint das Narrenblatt ununterbrochen. Der 1967 aufgenommene Grafiker Tino Steinemann prägte es jahrzehntelang mit seinen Zeichnungen.

Zum 125-Jahr-Jubiläum der «Nächstenliebe» gibt der Verein das Kinderbuch «Fadenstich & Eselmist – eine turbulente Samichlausgeschichte» heraus. Der Text stammt von Sarah und Michael Schranz, die Illustrationen von Diego Balli.

In der Sonderausstellung werden die Eckpunkte der 125-jährigen Geschichte der «Nächstenliebe» und Arbeiten seiner kulturellen Exponenten gezeigt.


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Das Historische Museum mit Sonderausstellung
  
Die Ständige Ausstellung des Historischen Museums Uri ist wiederum ab Mittwoch, 2. Dezember 2026, geöffnet. Die Öffnungszeiten sind:
2. Dezember 2026 - 10. Januar 2027
mittwochs, samstags, sonntags / von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Über die Festtage ist das Museum zudem an folgenden Tagen geöffnet:
24. / 25. / 31. Dezember 2026, 1. Januar 2027

Zudem wird in den Öffnungszeiten die Weihnachtsausstellung zum Thema «Der Samichlaus und die 'Nächstenliebe'» gezeigt.


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Forschungsprojekt „Uri im Zweiten Weltkrieg“
  
Im Auftrag des Historischen Vereins Uri bearbeiten die beiden Historiker Dr. Niklaus Ingold und Dr. Erich Keller die Geschichte des Kantons Uri im Zweiten Weltkrieg. Im Fokus stehen dabei nicht primär politische Entscheidungsprozesse auf kantonaler oder nationaler Ebene, sondern die Lebenswelt der Urner Bevölkerung und ihre alltäglichen Erfahrungen in den Jahren 1939 bis 1945.
Der Kanton Uri nahm während des Krieges eine besondere Stellung ein: Als zentraler Bestandteil des Schweizer Réduits war er militärisch von grosser Bedeutung, gleichzeitig verlief durch Uri einer der wichtigsten alpinen Transitwege zwischen Nord- und Südeuropa. Diese Lage prägte den Alltag der Bevölkerung nachhaltig – sowohl durch wirtschaftliche Chancen, etwa in der Rüstungsproduktion, als auch durch eine erhöhte Wahrnehmung von Bedrohung und Unsicherheit.
Für die Studie werden umfangreich Quellenbestände insbesondere aus dem Staatsarchiv Uri sowie weitern institutionellen und privaten Archiven ausgewertet. Ergänzend sollen, wo möglich, auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen einbezogen werden. Die Ergebnisse werden im Historischen Neujahrsblatt Uri publiziert.

Das diesjährige Historische Neujahrsblatt wird erst im nächsten Jahr 2027 erscheinen. Die Verzögerung ist durch einen krankheitsbedingten Ausfall in der Autorenschaft bedingt.
Die Publikation wird die Ergebnisse des vierjährigen Forschungsprojektes zur Geschichte des Kanton Uri im Zweiten Weltkrieg präsentieren. Verfasst wird die historische Studie von den beauftragten Historikern Dr. Niklaus Ingold und Dr. Erich Keller.
Im nächsten Jahr werden demnach zwei Historische Neujahrsblätter ihre Erscheinung feiern dürfen. Denn auch die ordentliche Herausgabe der Nummer 2027 ist in Entstehung und wird den Mitgliedern des HVU zugestellt werden.

Projektleitung/Autoren:

Dr. Niklaus Ingold
Dr. Erich Keller

Fachlicher Beirat

Dr. Ulrich Köchli (Redaktionskommission, Historisches Neujahrsblatt Uri)
Dr. Hans Jörg Kuhn (Staatsarchiv Uri)
Prof. Dr. Markus Furrer
Dr. Urs Kälin
Prof. Dr. Béatrice Ziegler


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Copyright: Historischer Verein Uri, Altdorf / Letzte Aktualisierung: 19.10.2026

 Weihnachtsausstellung
    



Der Samichlaus und die «Nächstenliebe»

Öffnungszeiten:
2. Dezember 2026 bis
10. Januar 2027
MI, SA, SO 13-17 Uhr

Zusätzlich geöffnet am
24. / 25. / 31. Dezember 2026, 1. Januar 2027
 

Ständige Ausstellung


Öffnungszeiten:
2. Dezember 2026 bis
10. Januar 2027
Zusätzlich geöffnet am
24. / 25. / 31. Dezember 2026, 1. Januar 2027
MI, SA, SO 13-17 Uhr  


Die Ausstellung kann für Gruppen auch ausserhalb dieser Öffnungszeiten besucht werden Auskunft: 041 870 19 06

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Der Hauptsaal des Museums bietet den festlichen Rahmen für einen schönen Familien- oder Firmenapéro.
Auskunft 041 870 19 06.
Frau Nadja Gabriel

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Die Mitgliederbeiträge betragen:

> Einzelmitglied 50.00 Fr.
> Paarmitglied: 70.00 Fr.
> Kollektivmitglied: 100.00 Fr.

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